Yearly Themes 2019

Cortex, ein Podcast aus dem Relay.fm Podcast Netzwerk, den ich sehr gerne höre, hat vor ein paar Jahren mit dem Ritual der Yearly Themes begonnen. Dabei sprechen die beiden Hosts, Myke Hurley und CGP Grey, zu Beginn eines jeden Jahres über Themes und Ziele, die sich beiden persönlich für das Jahr vorgenommen haben.

Yearly Themes sind eine Art Abstraktion, die nicht in die Richtung von Vorsätzen geht, sondern dem Jahr ein (oder mehrere) übergeordnetes Theme gibt, auf das man sich selbst stärker fokussieren will.

Der Titel eines solchen Yearly Theme kann dabei relativ abstrakt sein, wie z.B. Year Of Order. Das Wichtigste bei einem Theme ist deshalb die Verdeutlichung, die in zwei bis drei kurzen Sätzen oder Stickpunkten die Essenz bzw. Etappenziele des Themes zusammenfasst. Somit gibt die Verdeutlichung dem Theme erst seine eigenständige Definition.

Meine Yearly Themes

Nachdem ich die aktuelle Folge zu den 2019 Yearly Themes gehört habe und Arne mich mehr oder weniger genervt hat, die Methodik dieses Jahr auch einmal auszuprobieren, sind hier nun meine persönlichen Yearly Themes für 2019:

Year of Health

  • Weniger extremes Verhalten in der Intensität des Training sowie Ernährung
  • Routine zum Meditieren finden
  • Reduzieren von Social Media
  • 15% des eigenen Körpergewichts verlieren
  • Zeit für einen Halbmarathon von 1:51 auf unter 1:45 reduzieren

Year of Maturity

  • Eigene Finanzen besser in den Griff bekommen
  • Mehr Bücher lesen und “langsame” Medien (z.B. Wochenzeitungen) konsumieren
  • Einen geeigneten Ort für einen realen und langen Urlaub finden und diesen auch machen
  • „North Star“ definieren, auf den ich in meiner “Karriere” hinarbeiten kann

Ich bin gespannt, wie mich diese Yearly Themes durch mein Jahr begleiten werden. Es ist ein neuer Versuch für mich Fortschritt sichtbar zu machen und dies mehr als einen Prozess zu sehen.

Killing Eve - Season 1

In den Tagen um Silvester kam ich in den Genuss, die erste Staffel Killing Eve (Trailer) zu schauen. Nach unterhaltsamen acht Episoden, kann ich Killing Eve uneingeschränkt für den kurzweiligen Serienkonsum empfehlen.

Die erste Staffel ist sehr unterhaltsam und, positiv zu erwähnen, mit vielen weiblichen Charakteren in tragenden Rollen. Nach starkem Beginn schwächt die Staffel für ein bis zwei Folgen zwar etwas ab, ist aber niemals langweilig oder dröge.

Visuell kann Killing Eve auch einiges bieten. Nicht zuletzt die “Episode Titles” sind visuell ziemlich hübsch und auf den Punkt. 👌

Die “Episode Titles” führten dazu, dass ich mich Hals über Kopf in die Schrift der Titles verliebt habe. Eine unglaublich schöne Schrift mit einer kleinen Animation - es machte mich in jeder Episode einfach glücklich. Leider ist diese Schrift eigenhändig für Killing Eve erstellt und deshalb nirgendwo zu kaufen.

Beste Musik aus 2018

Im letzten Jahr habe ich in diesem Blog damit begonnen und in diesem Jahr werde ich damit weitermachen. Hier ist die Liste meiner Lieblingssongs aus dem Jahr 2018:

  1. Limewire - Mauli
  2. Standard - KitschKrieg
  3. Gel Keyfim Gel - Chefket
  4. Sand in die Augen - Danger Dan
  5. Winter in Frankfurt - Vega
  6. Random - Dexter
  7. Yellow - Mavi Phoenix
  8. Lovesongs - Juse Ju
  9. Emerald Rush - Jon Hopkins
  10. Flowers - Meggy

Im Vergleich zum letzten Jahr ist mir das Zusammenstellen dieser Liste etwas schwerer gefallen. 2018 war musikalisch nicht so ergiebig für mich wie 2017.

Darüber hinaus hat sich mein musikalischer Geschmack etwas verändert und ist nicht mehr so extrem Hip-Hop besessen wie damals.

Ich bin gespannt, was 2019 musikalisch erscheinen wird. Zumindest werde ich es nächstes Jahr wieder in einer kleinen Liste zusammenfassen.

Po­si­ti­vi­tät

Sam beschreibt hier einen Wechsel in seiner grundlegenden Einstellung - einfach positiver zu kommunizieren.

“For example, I remember starting to compose a tweet complaining about an Xcode bug, but instead I decided thank the team for their hard work and point out a way to improve something they made that people generally like. There was still a bug that was frustrating, but you can pick the attitude and tone used to communicate about it.”

Solch ein Wechsel in der persönlichen Einstellung, wie er es in seinem Blogpost beschreibt, ist nicht einfach. Denn es ist immer leicht sich in einer sarkastischen oder plumpen Art über Dinge zu beschweren, die einem nicht passen. Lautes Aufschreien, gerade im Internet, sorgt dazu meist noch für mehr Aufmerksamkeit.

Dies sollte aber nicht als Ausrede genutzt werden, um keine Veränderung in seinem eigenen Auftreten anzustoßen. Ich möchte versuchen mir einen ähnlichen Wandel vorzunehmen. Denn am Ende des Tages kann es nur einen positiven Effekt haben, egal auf welcher Seite.

BeyondTellerrand 2018 in Berlin

In der vergangenen Woche war ich wieder einmal auf der BeyondTellerrand und um es gleich vorwegzunehmen, es war wunderbar. Für mich persönlich war es die erste BeyondTellerrand in Berlin und es hielt all das, was mir aus Düsseldorf bisher bekannt war.

Das Branding für die #btconf 2018 in Berlin.

Die Tage auf der BeyondTellerrand waren voll mit interessanten Talks, die einem abermals die Möglichkeit gaben loszulassen und in die unterschiedlichsten Themen einzutauchen. Jeder Talk hatte seinen ganz persönlichen Charme und alle waren auf einem durchweg hohen Niveau. Wie auch sonst wird man alle Talks auf Vimeo finden, meine persönlichen Highlights waren aber die folgenden:

  1. The Accidental (Design) Leader - Andy Budd (Vimeo)
  2. Conquer Variable Web Typography - Oliver Schöndorfer (Vimeo)
  3. How to Trade a Red Paperclip For a House - Kyle MacDonald

Persönliches Fazit

Die BeyondTellerrand bleibt mein absoluter Favorit in Sachen Konferenzen. Es ist egal welche Speaker dort auftreten, es ist egal wo die Konferenz stattfindet, es ist einfach immer ein wunderbares Erlebnis.

Ausschnitt aus dem Talk von Gemma O’Brien

November in Berlin

Am Rande der Spree in Berlin mit dem Blick auf eine Brücke

Dieses Bild ist an einem Morgen entstanden, als ich mich auf den Weg zur BeyondTellerrand 2018 im Admiralspalast machte. Es waren drei wunderbare Konferenztage.

Klimatod

Eine ziemlich treffende Beschreibung zum Thema Klimawandel trifft die Kolumne „Die Katastrophe hätte verhindert werden können“.

“Bei drei Grad, so Robert Watson, der früher für die Vereinten Nationen Lösungen für den Klimawandel, wie es verharmlosend heißt, suchte, werden die Küstenstädte der Welt verloren gehen, womöglich New York, Hamburg, Kalkutta, Bangkok und viele mehr. Bei vier Grad wird in Europa permanente Dürre herrschen, weite Teile Chinas, Indiens und Bangladeschs werden zu Wüsten, der Südwesten der USA wird unbewohnbar. Bei fünf Grad, so sagen es einige der führenden Wissenschaftler, droht das Ende der Menschheit.”

Ein Problem, das man so lange in die Zukunft schieben wird, bis es zu spät ist. Allgemein habe ich bei nahezu allen dieser Probleme, die in der Zukunft unter Garantie auftreten werden und unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen stellen wird, nie das Gefühl, dass dies von der breiten Masse Ernst genommen wird. Digitalisierung, intelligente Automatisierung, demografischer Wandel usw. alles Themen die nicht ernsthaft oder mit Nachdruck behandelt werden.

Lasst uns stattdessen lieber jahrelang über Menschen reden, die vor Krieg flüchten oder bei denen wegschauen, die gerade im Mittelmeer ertrinken. Denn am Ende wollen wir dann doch lieber alleine mit unseren Grenzen den Klimatod sterben.

DDIFDZWS #001

Auch wenn man manchmal naiv denkt, dass man mit Mitte 20 schon ein bisschen was erlebt hat, lernt man täglich immer wieder neue Dinge. Hier nun ein Ablauf an Erkenntnissen meines gestrigen Tages. Dinge, die ich für die Zukunft wissen sollte:

  1. Räume immer, immer, immer, immer (wirklich immer) sorgsam und ordentlich alle möglichen Scherben und Splitter auf, wenn ein Glas runtergefallen ist.
  2. Falls Du dummerweise Punkt 1 nicht korrekt befolgt hast und mit der Ferse schon in einen kleinen Glassplitter getreten bist, versuch Dich maximal 30 Minuten daran ihn selbst zu entfernen. Alles andere ist einfach Zeitverschwendung.
  3. Wenn Punkt 2 nicht klappt, gehe einfach direkt zum Chirurgen. Chirurgen haben das richtige Werkzeug und lösen das Problem in unter einer Minute, auch wenn der Glassplitter etwas doof in Deiner Ferse hängt. Meine Hausärztin ist zwar sehr nett und hat alles versucht, ohne richtiges Werkzeug wird das Ganze aber mehr schmerzhaft als effektiv.
  4. Schaue immer, dass Du die standardmäßigen Impfungen wie z.B. Tetanus hast.
  5. Wenn sich für Dich Punkt 2-4 auch nicht nach Spaß anhört, dann befolge einfach Punkt 1. So schwer kann das echt nicht sein, Du bist immerhin Mitte 20.

Das ist sie also, eine kleine Erinnerung und Hilfestellung an mich, wie man sich bei Glasscherben bzw. Glassplitter zu verhalten hat. Ist nicht schwer und zu 99,99% der Fälle reicht Punkt 1 völlig aus. Zum Abschluss nun noch das Stück Glas, das für ein paar Stunden in meiner Ferse steckte, es war ein Stück von einer Corona Flasche. Dabei mag ich nicht mal Corona.

Meine Hand mit einem kleinen Glassplitter, der auf der Handfläche liegt.

Dieser böse Glassplitter steckte in meinem Fuß.

Eigene Inhalte

If I thought it worthwhile to post somewhere, it’s a part of my digital history. It’s a little part of me. It might be a shitty little part of me, but it’s still a part of me. — Laura Kalbag

In den letzten Monaten ist in mir ebenfalls der Gedanke immer mehr gewachsen, Herr über meine eigenen Inhalte zu sein. Die Inhalte, die ich so veröffentliche, gehören zu mir und sollten, wenn irgendwie möglich, gemeinschaftlich an einem Ort, den ich kontrolliere, verfügbar sein. In einer Serie von Posts schreibt Laura Kalbag ihre Gedanken zu diesem Thema nieder.

Ich selbst bin mit meiner Entwicklung in dieser Richtung noch lange nicht zufrieden. Micro.blog, wo dieser Blog aktuell gehostet wird, ist dabei ein interessanter Startpunkt. Doch manchmal frage ich mich, wie weit ich für noch mehr Kontrolle und Experimentierlust gehen könnte. Aktuell werde ich erstmal bei Micro.blog bleiben, denn es gibt mir das Gefühl von Freiheit, mit meiner eigenen Domain, und ist dabei noch äußerst einfach zu verwenden.

Mehr Meinung

“Wenn zu viele Menschen ihren Mund halten, obwohl sie laut sein sollten, können die Immerlauten sich und der Öffentlichkeit einreden, sie repräsentierten die Mehrheit. Und so traurig das ist, es handelt sich um eine selbst erfüllende Prophezeiung. Die schweigende Mehrheit ist in einer liberalen Demokratie keine Mehrheit. Eine stumme Mehrheit kann ohne großen Aufwand Extremisten an die Macht schweigen.”

Sascha Lobo beschreibt in „Rassismus und Integration: Wir schweigen Extremisten an die Macht“ ziemlich treffend, warum das Schweigen und Ausweichen in Debatten für unsere demokratische Gesellschaft zu einem großen Problem geworden ist.

Ich sehe in der Kolumne auch Parallelen zu meinem eigenen Verhalten, indem ich immer wieder etwas davor zurückschrecke, solche Thematiken wie z.B. Özil-Grindel klar öffentlich zu diskutieren. Ich habe eine klare Meinung dazu und habe keinerlei Probleme damit diese in einem persönlichen Rahmen über Stunden zu diskutieren. Etwas darüber aber ins Internet zu schreiben, das über zwei Retweets hinausgeht, ist wohl eine zu hohe Hürde.

Ich muss das für mich ändern. Mehr Diskurs. Mehr Meinung. Man darf den Rechten nicht das Feld überlassen.